Mein erster Kontakt mit Jesus Christus war wohl in der 1. Klasse Volksschule, als der Pfarrer im Religionsunterricht sagte, dass eigentlich wir für unsere Sünden selbst am Kreuz hängen müssten. Die Vorstellung von diesen Schmerzen und diesem Tod jagte mir eine große Furcht ein. Auch sonst war mein Leben von vielen Ängsten geprägt, vor allem von Krieg und Tod.

Ich wurde 1965 in eine katholische Familie hineingeboren, der Besuch der Sonntagsmessen, Kindermessen, Maiandachten, Betstunden ... war selbstverständlich und ich war eifrig dabei. Wenn eine Schularbeit, Prüfung oder später eine berufliche Aufgabe bevorstand, bat ich Gott besonders um Hilfe. Rückblickend auf diese Zeit bin ich Gott dankbar, dass er meine Gebete erhört hat und mich wunderbar begleitet, geführt und vor vielem bewahrt hatte. Aber Gott war nicht wirklich Teil meines Lebens, sondern nur dann, wenn ich ihn brauchte.

Im Jänner 1988 musste ich für vier Monate beruflich nach Wien. Eines Abends sprach ein Kollege aus Salzburg in unserer Unterkunft von seinem Glauben an Jesus Christus. Ich wollte mehr darüber wissen und wir führten viele tiefgehende Gespräche. Nach etwa einem Monat schenkte er mir auch eine Bibel und erklärte mir viele Aussagen darin. Am Bedeutendsten war aus dem Johannesevangelium das 3. Kapitel, wo es im 3. Vers heisst: "Jesus antwortete und sprach zu ihm [Nikodemus]: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen." Mein größter Wunsch war und ist, in den Himmel zu kommen. Hier fand ich nun den Weg dahin: neues, vom Heiligen Geist geführtes Leben, an dessen Beginn die "geistige Geburt" steht. Und ich bin überzeugt, dass ich diese Bibelstelle - mit all ihren Konsequenzen - in der römisch-katholischen Kirche nie erfahren hätte und weiterhin ein religiöses Leben geführt hätte, aber nie errettet worden wäre.

Nach dem Kurs in Wien las ich viel in der Bibel und in Büchern über den Glauben (z.B. "Jesus unser Schicksal" von Pfr. Wilhelm Busch oder "Tod eines Guru" von Rabindranath R. Maharaj), hörte christliche Radiosendungen und traf mich immer wieder mit meinem gläubigen Kurskollegen.

Am 4. Juni 1989 besuchte ich erstmals einen Gottesdienst in einer evangelikalen Kirche in Linz. Die Herzlichkeit der Gottesdienstbesucher überwältigte mich und ich fühlte mich wie im Himmel. Aber am Nachmittag danach, wieder alleine daheim, wurde mir bewußt, wie weit weg ich von Gott bin und ich erkannte meine Sünden, die mich von Gott und der Gemeinschaft mit seinen Kindern trennten. Durch mein Bibelstudium wußte ich aber, dass Gott uns unsere Sünden vergibt, wenn wir sie bekennen (1. Joh. 1,9).

Vier Tage später traf ich meinen Kurskollegen wieder und irgendwann kamen wir auch auf mein Glaubensleben zu sprechen. Ich sagte ihm, dass ich zu Gott kommen möchte und fest mit ihm verbunden leben möchte. Er begann mit mir zu beten und dankte dabei Jesus, dass Er für mich und meine Sünden, die vergangenen und die zukünftigen, gestorben ist. Das war nun der Moment, in dem Gott mir die Wiedergeburt, wie es im Johannesevangelium geschrieben steht, geschenkt hat und ich wusste nun, dass ich zu Gott gehöre, sein Kind bin und durch Jesus fest mit ihm verbunden bin. Jesus hat am Kreuz das durchlitten, was ich verdient hätte und hat mich dadurch würdig gemacht, Gemeinschaft mit Gott und seinen Kindern zu haben!

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden" (2. Kor. 5,17). Ich bin nicht perfekt, aber Gott arbeitet an mir und schafft Neues. Dadurch, dass ich mich auf eine Beziehung mit ihm eingelassen habe, wurde mein Glaube lebendig, ich darf darin wachsen und ich kann allezeit Hilfe erwarten. Glaube ist viel mehr als das Befolgen von Regeln und die Teilnahme an bestimmten Feiern und Ritualen. Gott wurde mein liebender Vater, der alles in der Hand hat und mein Bestes will - zu seiner Ehre. Mein Leben bekam bisher unbekannte Höhen, aber auch Tiefen, in allem aber habe ich den wunderbaren Frieden Gottes in mir und die freudige Gewissheit, in den Himmel zu kommen! Das wünsche ich auch Dir! Gott möge Dich segnen und zum wahren Glauben, wie ihn die Heilige Schrift lehrt, führen!

Maria