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... bis ich am 23. August 2004 jenen Schritt setzte - aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten, und damit ein doch langes Kapitel meines Lebens ganz offiziell zu beenden.

Dieser Schritt war für mich die Kündigung bei einer Organisation, die mir durch Mitgliedschaft, Sakramente und gute Werke jenes in Aussicht stellte, welches ich durch willentliche Abkehr von Sünde und der Umkehr zu Gott - und durch den vertrauenden Glauben an Jesus und an das Evangelium ganz ohne Zutun und ohne jegliche Mittlerschaft dieser Kirche direkt von Gott geschenkt bekam! Da mir der religiöse Rahmen der katholischen Kirche des weiteren auch nach meiner Bekehrung in meiner Beziehung zu Jesus weder eine geistige Heimat - noch geistliche Nahrung bieten konnte, kam der Kirchenaustritt für mich letztlich nur noch dem Ablegen einer sinnentleerten toten Hülle gleich.

Rückblickend gesehen prägte die katholische Kirche bereits von klein auf meine grundlegende Sicht auf Gott und formte so entsprechend ihrer Lehre von Anfang an auch meinen Bezug zu Gott. So wuchs ich in jene Religion mehr und mehr hinein und machte mir lange Zeit keinerlei Gedanken über die Richtigkeit und Zuverlässigkeit dieses - mir aufgezeigten Weges. Im Gegenteil! Das Wissen darum, ein Mitglied der großen katholischen Kirche zu sein, gab mir ein Gefühl von "Sicherheit" - und in den festen Riten, Bräuchen und Traditionen fand ich auch ein stückweit religiöse Geborgenheit. Alle religiösen Lebensbereiche - angefangen von der Kindertaufe bis hin zur Beerdigung - als auch alle auftauchenden Gedanken, welche sich mit Gott, Sünde, Himmel, Hölle, Tod, Ewigkeit, usw. beschäftigten, fanden in diesem Rahmen ihren festen Platz und somit hatte alles in gewisser Weise seine Ordnung. Ich sah mich in meiner Mitgliedschaft und Identität als Katholik mit hineingenommen in jene - mit Überzeugung geäußerten Verheißungen der kirchlichen Führer, das diese römisch-katholische Kirche Kraft ihrer Autorität und ihrer Sakramente, mich letztlich auch zu Gott bringen wird.

Dankbar blicke ich heute auf jene Stunden zurück, in denen der Herr mich erkennen ließ, dass die Sündenvergebung in der Zuerkennung des Sühneopfers Christi nicht durch Sakramente, religiöse Riten oder "gute Werke" geschieht, sondern darin - mich Gott zuzuwenden, in aufrichtiger Reue den eigenen Sündenstand vor Gott offen zu legen und im Bewusstsein der eigenen Verlorenheit und des eigenen Unvermögens mit leeren Händen im vertrauenden Glauben jene Tatsache anzunehmen, das JESUS meine Sünden auf sich lud und so stellvertretend für meine Sünden sein Blut vergossen - und die geforderte und gerechte Strafe des Todes am Kreuz für mich persönlich auf sich genommen hat. Stellvertretend für mich - an meiner statt - ist Gottes Sohn in dieser Liebestat auf Golgatha für mich ganz persönlich gestorben und hat mich auf diese Weise mit Gott versöhnt und mir auf Grundlage seines Sühneopfers meine ganze Schuld vergeben. Auf diese Weise habe ich Gnade in der Erlösung erfahren dürfen und auf diese Weise habe ich auch JESUS als meinen Retter und Herrn kennen lernen dürfen.

Warum ich durch meine religiöse Erziehung nicht schon viel früher zum lebendigen Glauben und zur persönlichen Beziehung zu Jesus fand, wurde mir immer klarer, je mehr ich Lehre und Praxis der katholischen Kirche dem biblischen Wort Gottes gegenüberstellte und diese miteinander verglich. In den folgenden Seiten möchte ich daher nun einwenig auf jene Dinge eingehen, auf die ich bei dieser Gegenüberstellung gestoßen bin, und welche mir in diesem Zusammenhang nennenswert erscheinen. Da diese erkannten und aufgezeigten Widersprüchlichkeiten auch mitentscheidend für meinen Kirchenaustritt waren, hoffe ich, durch diese Darstellungen meine diesbezügliche Entscheidung auch ein wenig nachvollziehbar machen zu können .....

Vorab aber noch einige allgemeine Informationen zu den nun folgenden Seiten:

ROT geschriebene Textpassagen geben katholische Lehre wieder.

BLAU geschriebene Textpassagen geben Bibelauszüge bzw. Bibelverse wieder.

[1233] - Mit eckigen Klammern umschlossene Nummern sind Stellenangaben im
Katechismus der römisch-katholischen Kirche.

(alle Bibelauszüge sind der wortgetreuen Schlachter-Bibelübersetzung entnommen)