Die römisch-katholische Kirche
lehrt über das Bußsakrament:

[1446] Christus hat das Bußsakrament für alle sündigen Glieder seiner Kirche eingesetzt, vor allem für jene, die nach der Taufe in schwere Sünde gefallen sind und so die Taufgnade verloren und die kirchliche Gemeinschaft verletzt haben. Ihnen bietet das Sakrament der Buße eine neue Möglichkeit, sich zu bekehren und die Gnade der Rechtfertigung wiederzuerlangen. Die Kirchenväter stellen dieses Sakrament dar als "die zweite [Rettungs]planke nach dem Schiffbruch des Verlusts der Gnade"

[1444] Indem der Herr den Aposteln seine eigene Vollmacht, Sünden zu vergeben, mitteilt, gibt er ihnen auch die Autorität, die Sünder mit der Kirche zu versöhnen.

[1445] ....Wen ihr aus eurer Gemeinschaft ausschließen werdet, wird Gott auch aus der Gemeinschaft mit sich ausschließen; wen ihr von neuem in eure Gemeinschaft aufnehmen werdet, wird auch Gott wieder in die Gemeinschaft mit sich aufnehmen. Die Versöhnung mit der Kirche läßt sich von der Versöhnung mit Gott nicht trennen.

(aus dem katholischen Katechismus)



Obwohl ich meinen früheren katholischen Glauben über lange Jahre hinweg auch durchaus ernst nahm - habe ich nun dennoch feststellen müssen, dass ich in all diesen Jahren als Katholik die tatsächliche Lehre zum katholischen "Bußsakrament" nie wirklich verstanden hatte. Mein Denkfehler zum "Bußsakrament" lag dabei in jener Fehleinschätzung - der Mensch würde durch die Beichte VOLLE Sündenvergebung der gebeichteten Sünden erhalten - d.h. (nach katholischem Verständnis) Vergebung sowohl aller "ewiger-" als auch aller "zeitlicher Sündenstrafen". Diese falsche Sicht entstand wohl in erster Linie aus einer sehr isolierten oberflächlichen Betrachtung der Bußsakramentslehre - und erst die nähere Auseinandersetzung damit führte mir das tatsächliche katholische Verständnis dieses "Sakramentes" vor Augen....

Um das katholische "Bußsakrament" in seiner Funktion richtig einordnen zu können, ist es nötig - zunächst den Unterbau etwas genauer anzusehen, auf welchem die Lehre dieses "Sakramentes" aufsetzt und anknüpft. Die katholischen Lehren über den sogenannten "Taufgnadenstand" einerseits - und die Lehre über die Folgen der "Todsünde" andererseits, stehen hierbei besonders im Mittelpunkt der Betrachtung, weil das Bußsakrament nach katholischer Lehre der (einzige) Rückweg von bewusster und vorsätzlicher Trennung bzw. Abkehr von Gott ist, welcher den abgefallenen Sünder hin zum "neuerlichen Gnadenstand" - und somit zur "erneuten Rechtfertigung" führen kann.

So lehrt die katholische Kirche, dass der Mensch durch die Taufe von der Erbsünde befreit wird und "heiligmachende Gnade" in seine Seele gegossen wird. Die katholische Kirche lehrt, dass der Täufling auf diese Weise zum ersten Mal in den sogenannten "(Tauf)Gnadenstand" gesetzt wird und fortan in "Freundschaft mit Gott" lebt. Daran anknüpfend lehrt die katholische Kirche nun aber auch, dass der Mensch durch begangene "Todsünden" diesen Gnadenstand wieder verliert bzw. aus dem "Stand der heiligmachenden Gnade" herausfällt. Sie lehrt, dass durch Todsünde die "Taufgnade" verloren geht und der Mensch daher in die ewige Verdammnis geht - so er in diesem Zustand der verlorenen Gnade stirbt.

Der jeweilige Stand des Menschen innerhalb- oder außerhalb dieser "heiligmachenden Gnade" im Augenblick des Todes, entscheidet daher nach katholischer Lehre darüber, ob der Verstorbene hernach zur Hölle fährt, oder ob dieser (meistens) durch eine unbestimmte Zeit des Fegefeuers hindurch in den Himmel eingeht. Ein plötzlicher Tod würde hier also ewige Tatsachen schaffen, welche nach katholischer Lehre entsprechend des "letzten Gnadenstandes" letztlich Himmel oder Hölle bedeuten würde. Daher ist es auch das Ziel des konsequenten Katholiken, möglichst immer in diesem "Stand der Gnade" zu sein, weil das besitzen - oder eben das nicht besitzen dieses "Gnadenstandes" nach katholischer Lehre gleichzeitig gewissermaßen die Weichenstellung für die Ewigkeit ist.

Die katholische Kirche lehrt nun aber auch, dass jene Menschen - welche durch Todsünde den ursprünglichen "Gnadenstand" des "Taufsakraments" verloren haben, mittels des "Bußsakraments" wieder in diesen Gnadenstand zurück gelangen können. Jedoch nur der "geweihte Priester" - so die katholische Kirche - hat durch sein Amt und durch das Mittel des "Sakraments der Buße" die Vollmacht, von ewigen Sündenstrafen loszusprechen - um auf diese Weise "verlorene Sünder" ihrer Kirche auch nach verlorener "Taufgnade" wieder erneut zu rechtfertigen und so mit Gott und Kirche zu versöhnen.
Da nach katholischer Lehre die "Wiederversöhnung" nur durch das vollzogene "Bußsakrament" im Rahmen des katholischen Kirche und seiner Priester in gültiger Weise erfolgt, ist es für die "Gültigkeit" der Beichte auch nicht weiter maßgeblich, in welcher Stellung der Priester selbst vor Gott steht, welcher die Beichte abnimmt. Wichtig ist hier nach katholischer Lehre vielmehr nur, dass dieses "Sakrament" von einem "gültig geweihten Priester" in entsprechender Gesinnung und in Übereinstimmung zur katholischen Lehre vollzogen wird.

Die katholische Beichte befreit nach ihrem Selbstverständnis hauptsächlich von "ewigen Sündenstrafen" - und bestenfalls nur sehr eingeschränkt von "zeitlichen Sündenstrafen", welche nach katholischer Lehre jede Sünde - insbesondere aber die Todsünde nach sich zieht. Die Beichte dient nach katholischer Lehre in erster Linie dazu, abgefallene Kirchenmitglieder wieder in den "Stand der heiligmachenden Gnade" zurückzuführen, welche der Katholik ursprünglich durch das Taufsakrament erstmalig erhielt - welche er aber durch Todsünde verloren hatte. Daher bewirkt Beichte nach katholischem Verständnis auch keine Sündenvergebung in eigentlichen Sinn - sondern ist vielmehr ein von der katholischen Kirche praktizierter Weg, um seine Mitglieder - welche Gottes Gnade durch Todsünde bewusst verworfen haben, angeblich wieder neu zu rechtfertigen bzw. durch das "Bußsakrament" mit Gott immer wieder neu zu versöhnen.

Wie und wann diese Lehre entstanden ist und wie diese dem Wort Gottes in der Bibel stand hält, darüber möchte ich in den nächsten Seiten etwas näher eingehen ...
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