Die römisch-katholische Kirche
lehrt über "Maria":

[963] ... "Die Jungfrau Maria ... wird als wahre Mutter Gottes und des Erlösers anerkannt und geehrt ... "Maria, Mutter Christi, Mutter der Kirche"

[964] Die Aufgabe Marias gegenüber der Kirche läßt sich von ihrer Vereinigung mit Christus nicht trennen, sondern ergibt sich direkt aus ihr. "Diese Verbindung der Mutter mit dem Sohn im Heilswerk zeigt sich vom Augenblick der jungfräulichen Empfängnis Christi bis zu seinem Tod". Sie ist besonders offensichtlich in der Stunde seines Leidens. "Auch die selige Jungfrau ging den Pilgerweg des Glaubens. Ihre Vereinigung mit dem Sohn hielt sie in Treue bis zum Kreuz, wo sie nicht ohne göttliche Absicht stand, heftig mit ihrem Eingeborenen litt und sich mit seinem Opfer in mütterlichem Geist verband, indem sie der Darbringung des Schlachtopfers, das sie geboren hatte, liebevoll zustimmte....

[966] "Schließlich wurde die unbefleckte Jungfrau, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufs mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein, dem Herrn der Herren und dem Sieger über Sünde und Tod"...

[968] Ihre Aufgabe gegenüber der Kirche und der ganzen Menschheit geht aber noch darüber hinaus. Sie hat "beim Werk des Erlösers in ganz einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt, das übernatürliche Leben der Seelen wiederherzustellen. Deswegen ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter"

[969] "Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, ... Denn nach ihrer Aufnahme in die Himmel hat sie diese heilbringende Aufgabe nicht niedergelegt, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu verschaffen ... Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter den Titeln der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen.

[973] Durch ihr "fiat" das Maria bei der Verkündigung spricht und mit dem sie ihre Zustimmung zum Mysterium der Menschwerdung gibt, wirkt sie schon am Werk mit das ihr Sohn vollbringen soll. Sie ist Mutter überall da wo er Erlöser und Haupt des mystischen Leibes ist.

Aus dem katholischen Katechismus



Wollte ich die Thematik rund um die katholische Lehre von "Maria" - und die mit ihr verbundene Frömmigkeit, in all ihren Facetten (Rosenkranzgebet, Wallfahrtsorte, Statuen, Bilder, Maiandachten, Ave Maria-Gebet, "wundersame Medaille", Skalpuliere, Marienweihen, Marienklöster, Erscheinungen & Botschaften, ...) beleuchten, so würde gewiss jener Rahmen völlig gesprengt werden, innerhalb welchem ich die einzelnen Themen auf dieser Seite einwenig ansprechen und aufzeigen möchte - welche mich letztlich dazu bewogen haben, aus der katholischen Kirche auszutreten.

Welch wichtige Rolle mittlerweile "Maria" in Glaubensleben der katholischen Kirche und deren Lehre spielt - und wie innig in dessen Folge viele Katholiken "Maria" oft in ihr Herz geschlossen haben, wird einerseits in der vielfältig gelebten Marienfrömmigkeit sichtbar - andererseits aber auch in Texten verschiedener Gebete, welche an "Maria" gerichtet sind.

Hier ein Beispiel eines nur sehr kurzen Mariengebetes:

O Maria gnadenreich
O, Maria, gnadenreich, Frauenbild, Mutter mild, unsre Zuflucht, unser Schild.
Du bist unsre Mittlerin, unser Trost und Helferin, und vor Gott in der Not, gewaltige Fürsprecherin. O du Turm Davids, o schöne Himmelspfort. Du kannst erhalten uns vor Gott mit einem Wort, was uns vonnöten ist zum Wohlstand hie wie dort. Ei, so rufet alle dann diese werte Mutter an: Groß und klein, stimmet ein: alles sie erhalten kann
(Aus dem Mainzer Gesangbuch von 1679)

Dieses Mariengebet aus dem 17. Jahrhundert umrahmt das damalige katholische Bild von "Maria", welches heute jedoch bereits um zwei weitere Mariendogmen - nämlich jenem der "unbefleckten Empfängnis" und der "leiblichen Aufnahme in den Himmel", ergänzt wurde.
Deutlich erkennt man bereits in diesem alten Mariengebet jene zentrale und erhabene Stellung, welche die katholischen Kirche "Maria" mehr und mehr zugedachte bzw. andichtete.

Obwohl ich selbst nun auch in meiner Zeit als Katholik nie einen besonders innigen Bezug zu dieser "katholischen Maria" hatte, war ich doch durch mein Elternhaus und durch das kirchliche Leben in der ländlichen Pfarrgemeinde bis zu einem bestimmten Grad in diese Marienfrömmigkeit mit hineingenommen. Ich gestehe aber auch offen ein, zu jener Zeit auch noch kein besonderes Problem in all diesen Dingen gesehen zu haben. Daher lies ich diese Frömmigkeit zu "Maria" mehr oder weniger unbeteiligt an mir vorbei gehen, und lies auch die Lehre meiner damaligen Kirche über "Maria" ohne größere Kritik einfach stehen.

Lese ich heute in der Bibel, so finde ich dort in Maria ein junges jüdisches Mädchen, dass vor dem Engel Gabriel in gewiss gut nachvollziehbarer Weise zunächst erst einmal erschrak, als dieser ihr folgende Botschaft brachte: ... Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. ...Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären ....
(Lukas 1,31/38)
Als der Engel Gabriel ihre gewiss ebenso nachvollziehbaren Zweifel hinsichtlich seiner außergewöhnlichen Botschaft ausgeräumt hatte, antwortete sie: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort! (Lukas 1,38)
Die letzten biblisch überlieferten Worte Marias finden wir bei Johannes 2,5 -
wo sie die Diener auf der Hochzeit zu Kana anwies: "Was er [Jesus] euch sagt, das tut!"

In der Zwischenzeit lag ein ganz gewiss nicht einfaches Leben, welches zunächst von Flucht - und später von so manchen Sorgen, Überraschungen und auch Unverständnis geprägt war.
Doch wenn zu jener Zeit auch viele Menschen Anstoß am Anspruch Jesus nahmen, dass dieser der SOHN GOTTES ist, so war Maria die einzige, die dieser Tatsache absolut Gewiss sein konnte. Sie WUSSTE, dass sie Jesus als Jungfrau durch den Heiligen Geist empfing. Daher war sie sich ganz gewiss auch ihrer besonderen Aufgabe bewusst - entsprechend ihrer Antwort an den Engel Gabriel - "... siehe, ich bin die Magd des Herrn"
Maria sah sich selbst als die VON GOTT BEGNADETE NIEDRIGE MAGD, welche sich selbst auch ihrer Errettungsbedürftigkeit bewusst war und sich daher über ihren Heiland freute!

Was aber wurde nun in der katholischen Kirche aus jenem - einst einfachen jüdischen Mädchen, welches zunächst vor Gott GNADE fand (Lukas 1,31), welches sich über ihren RETTER freute (Lukas 1,47), welche sich selbst als MAGD DES HERRN sah (Lukas 1,38/48) und zuletzt auf Jesus verwies und sagte: "Was ER euch sagt, das tut!" ??
Wie begründet die katholische Kirche nun jene offensichtliche Verwandlung von der biblischen Maria zur "katholischen Maria" ??
Und vor allem - wie hält diese "neue Maria" der biblischen Prüfung stand ??


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