Die römisch-katholische Kirche
lehrt über das Messopfer:
[1366] Die Eucharistie ist also ein Opfer, denn sie stellt das Opfer des Kreuzes dar (und macht es dadurch gegenwärtig), ist dessen Gedächtnis und wendet dessen Frucht zu: Christus "hat zwar sich selbst ein für allemal auf dem Altar des Kreuzes durch den eintretenden Tod Gott, dem Vater opfern wollen [Vgl. Hebr 7,27], um für jene [die Menschen] ewige Erlösung zu wirken; weil jedoch sein Priestertum durch den Tod nicht ausgelöscht werden sollte [Vgl. Hebr 7,24.], hat er beim Letzten Abendmahle, 'in der Nacht, da er verraten wurde' (1 Kor 11,23), seiner geliebten Braut, der Kirche, ein sichtbares (wie es die Natur des Menschen erfordert) Opfer hinterlassen, durch das jenes blutige [Opfer], das einmal am Kreuz dargebracht werden sollte, vergegenwärtigt werden, sein Gedächtnis bis zum Ende der Zeit fortdauern und dessen heilbringende Kraft für die Vergebung der Sünden, die von uns täglich begangen werden, zugewandt werden sollte" (K. v. Trient: DS 1740).

[1367] Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer: "Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden". "In diesem göttlichen Opfer, das in der Messe vollzogen wird, [ist] jener selbe Christus enthalten und [wird] unblutig geopfert ... der auf dem Altar des Kreuzes ein für allemal sich selbst blutig opferte" (K. v. Trient: DS 1743).

[1368]...Das auf dem Altar gegenwärtige Opfer Christi gibt allen Generationen von Christen die Möglichkeit, mit seinem Opfer vereint zu sein.

(aus dem katholischen Katechismus)



Zusammengefasst könnte man also auch sagen:
Das Opfer Jesus Christi am Kreuz auf Golgatha ist nach katholischer Lehre der Beginn jenes Opfers, welches durch die katholischen Priester und Bischöfe im Messopfer seine Fortsetzung findet, um so durch Teilnahme an der Messe allen Menschen durch alle Generationen hindurch den Zugang zu diesem Sühneopfer zu ermöglichen, und so Sühne für Sünden zu erlangen. Die Messe mit der "realen eucharistischen Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers" ist nach dieser Lehre somit jenes "Werkzeug", durch welches den daran Teilnehmenden (aber auch bereits Verstorbenen) jene "Sühneverdienste" zufließen, welche durch das - auf diese Weise dargebrachte "Opfer" erwirkt werden.

Diese Messopferlehre stößt sich nun aber nicht nur an einer Vielzahl einzelner Bibelverse, sondern darüber hinaus auch an der vollen Breite des Evangeliums, welches unsere Aufmerksamkeit und unseren Blick einzig und allein auf JESUS und sein vollendetes und vollkommenes Heilswerk auf Golgatha lenken will!
Den mit Abstand stärksten Gegenwind erfährt die katholische Messopferlehre meines Erachtens aber deutlich im Hebräerbrief - wo der Schreiber die Empfänger des Briefes zur standhaften Treue zu Jesus aufruft, das Evangelium von der Gnade anschaulich zur vollen Größe bringt, und gleichzeitig eindringlich davor warnt, wieder in den sichtbaren Opferdienst zurückzukehren - welcher ja lediglich Schattenbilder der späteren Realität auf Golgatha und des himmlischen Heiligtums darstellte.

JESUS ist - nachdem er mit seinem Opfer die Sühnung von Sünden durch sein Blut auf Golgatha erwirkte, als ewiger Hohepriester nach Weise des Melchisedeks in das wahre und nicht von Händen gemachten Heiligtum eingegangen. Dadurch hat er das von Generation zu Generation übertragene levitische Priestertum des alten Bundes - welches bis dahin seinen Dienst im irdischen Heiligtum tat, aufgehoben. Der Hebräerbrief weist besonders im siebten Kapitels sehr deutlich darauf hin und entzieht dort jedem weiteren opferbringendem Priestertum nach der Weise Arons auch in sehr deutlicher Weise jede weitere Legitimation!

Dort lesen wir: "Und jeder Priester steht da und verrichtet täglich den Gottesdienst und bringt oftmals dieselben Opfer dar, die doch niemals Sünden hinwegnehmen können; Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt, und er wartet hinfort, bis seine Feinde als Schemel für seine Füße hingelegt werden. Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden.
Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem zuvor gesagt worden ist: »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie in ihre Sinne schreiben«,sagt er auch: »An ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten will ich nicht mehr gedenken«
Wo aber Vergebung für diese ist, da gibt es kein Opfer mehr für Sünde.

Hebräer 10,11-17

Hier stellt uns der Hebräerbrief ganz klar das eine vollkommene Opfer vor Augen und stellt es den vielen Opfern des levitischen Priestertums nach der Weise Arons gegenüber. Das Opfer, welches Jesus für uns auf Golgatha vollbrachte, ist NICHT wie die Opfer jener Priester, welche oftmals dargebracht wurden und dennoch keine Sünde hinwegnehmen konnten - sondern es ist EIN OPFER welches FÜR IMMER GILT und tatsächlich ALLE VOLLENDET die darin geheiligt werden !

Weil dieses EINE Opfer eine vollkommene Vergebung erwirkt, gibt es darüber hinaus auch KEIN WEITERES OPFER MEHR FÜR SÜNDE. Die Fortsetzung eines Opfers durch ein weiterhin für Sünden opferndes Priestertum wie im katholischen MessOPFER, ist gleichbedeutend mit der ABLEHNUNG DES EINEN OPFERS auf Golgatha, welches JESUS ein für alle mal für uns gebracht hat, und welches Gott bestätigte in der Auferstehung Jesu am dritten Tag!

Ich frage mich, wie man diese klaren Aussagen in der Bibel ignorieren konnte, und trotz dieser klaren Worte - entgegen jeder biblischen Legitimation (!!!) - wieder ein opferndes Priestertum einführen konnte ...


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