Die römisch-katholische Kirche
lehrt über das Weihesakrament:

[1545] Das Erlösungsopfer Christi ist einmalig und wurde ein für allemal vollzogen. Und doch wird es im eucharistischen Opfer der Kirche gegenwärtig. Das gleiche gilt vom einzigen Priestertum Christi: es wird durch das Amtspriestertum gegenwärtig gemacht, ohne daß dadurch der Einzigkeit des Priestertums Christi Abbruch getan würde. "Und deshalb ist allein Christus wahrer Priester, die anderen aber sind seine Diener"

[1552] Das Amtspriestertum hat nicht nur zur Aufgabe, Christus, das Haupt der Kirche, vor der Versammlung der Gläubigen zu repräsentieren; es handelt auch im Namen der ganzen Kirche, wenn es das Gebet der Kirche an Gott richtet , vor allem, wenn es das eucharistische Opfer darbringt

[1548] Christus selbst ist im kirchlichen Dienst des geweihten Priesters in seiner Kirche zugegen als Haupt seines Leibes, Hirt seiner Herde, Hoherpriester des Erlösungsopfers und Lehrer der Wahrheit. Die Kirche bringt dies zum Ausdruck, indem sie sagt, daß der Priester kraft des Weihesakramentes "in der Person Christi des Hauptes" handelt "Es ist der gleiche Priester, Christus Jesus, dessen heilige Person sein berufener Diener vertritt. Durch die Priesterweihe dem Hohenpriester angeglichen, besitzt er die Vollmacht, in der Kraft und an Stelle der Person Christi selbst zu handeln"

[1551] .... Das Sakrament der Weihe vermittelt "eine heilige Gewalt", die keine andere ist als diejenige Christi.

[1566] "Ihr heiliges Amt aber üben sie am meisten in der eucharistischen Feier oder Zusammenkunft aus, bei der sie in der Person Christi handeln und sein Mysterium verkünden, die Gebete der Gläubigen mit dem Opfer ihres Hauptes verbinden und das einzige Opfer des Neuen Bundes, Christi nämlich, der sich ein für allemal dem Vater als unbefleckte Opfergabe darbrachte, im Opfer der Messe bis zur Ankunft des Herrn vergegenwärtigen und zuwenden" Aus diesem einzigen Opfer schöpft ihr ganzer priesterlicher Dienst seine Kraft.

(aus dem katholischen Katechismus)


Obwohl ich selbst nie einen persönlichen Bezug zum katholischen Priesteramt hatte, gab es in meiner Zeit als Katholik dennoch eine - wenn auch nur kurze Phase, wo ich fest dazu entschlossen war, katholischer Pfarrer zu werden. Da diese Lebensphase jedoch in meinen noch sehr jungen Jahren lag (ich war damals bestimmt noch unter 10 Jahre), dürfen meine damalig dahingehenden "Berufspläne" aber wohl durchaus eher als kindliche Naivität- und nicht so sehr als ernsthafte Überlegung gesehen werden.

Obwohl seither viel Zeit vergangen ist, kann ich mich dennoch sehr deutlich an meine damaligen "Überlegung" erinnern. Diese waren ebenso unkompliziert - wie auch egoistisch und einfach: ich wollte unbedingt in den Himmel kommen! Schließlich hatte man mir schon früh so manches vom Himmel erzählt -und wenngleich ich diesen in damals jungen Jahren noch in weiter Ferne sah, schien dieser mir dennoch bereits als Kind als ein sehr schöner und erstrebenswerter Ort. Mit diesen wunderbaren himmlischen Ort vor Augen erfuhr ich nun, das Pfarrer angeblich "so gut wie sicher in eben diesen Himmel kommen", und da schien es mir doch sehr naheliegend - einfach diesen "Beruf" später auszuüben, um auf diese Weise diese angeblich "relativ verlässliche Fahrkarte zu Gott" zu ergreifen. Aus dieser kindlichen Fantasie wurde aber dann doch nichts, und so blieb mein "Dienst an der katholischen Kirche" auf lediglich ein paar Jahre Ministrantendienst beschränkt.

Heute gibt es weltweit über 400.000 katholische Priester, welche sich selbst entsprechend katholischer Lehre als Vermittler zwischen Gott und den Menschen sehen und verstehen....
So sind sie der Überzeugung, durch das Taufsakrament den Menschen zur Wiedergeburt führen zu können, obwohl uns einzig und allein die persönliche Umkehr durch Buße und der Glaube an unseren Erlöser - und an sein vollgenügsames Opfer am Kreuz uns zu erretten vermag!
(vgl. Römer Kapitel 3)
Sie sind der Überzeugung, als geweihte Priester Jesus in der Wandlung vom Himmel herabholen zu können, um ihn über den katholischen Altären fortwährend hinzuopfern, obwohl es heute kein Opfer mehr für Sünde gibt!
(vgl. Hebräer 10,18)
Sie sehen sich als "Geistliche" in der Verantwortung - die "Laien" in deren Frömmigkeit und in der Glaubenslehre zu führen, obwohl ALLEN wirklich Gläubigen der Heilige Geist von Gott geschenkt wird, um so selbst die Wahrheit und den Willen Gottes in seinem Wort zu erkennen!
(vgl. Johannes 7,39)
Sie sind der Überzeugung, als geweihte Priester die "Kanäle der Gnade" gleichsam in ihren Händen zu halten und führen durch ihren Opferdienst, ihre Riten, Zeremonien und Sakramente ihre Mitglieder immer weiter in ein System, das diese nicht entsprechend Johannes 8,22 frei macht, sondern sie im Gegensatz dazu vollkommen abhängig macht von diesen "Dienstleistungen" der katholischen Kirche!

Obwohl das priesterliche Bewusstsein um diese Schlüsselstelle zwischen Gott und Mensch mitunter eine erhabene Gesinnung erzeugen mag, gab es in der Vergangenheit dennoch auch eine ganze Reihe katholischer Priester, welche auch in diesem Amt noch mit offenen Herzen nach Gott suchten und sich schließlich auch noch im katholischen Priesterdienst von Gott finden ließen.
Diese Christen geben oft überaus beeindruckende Lebensberichte, in welchen sie nicht nur tiefere Einblicke in den katholischen Priesterdienst geben, sondern darüber hinaus auch ihren gewiss nicht immer einfachen "Anreiseweg" zum lebendigen Glauben an Jesus Christus sehr eindrücklich beschreiben. Ihnen habe ich daher auch eine besondere Seite gewidmet, wo du viel persönlich erlebtes einiger dieser ehemaligen katholischen Pfarrer lesen kannst. Zusätzlich dazu findest du auch ein Buch eines ehemaligen katholischen Pfarrers (Johannes Ramel) aus Österreich (Golling) in den Buchtipps, wo dieser seinen "Aufbruch im Glauben" niedergeschrieben hat.

Öffentliche Diskussionen über das katholische Priestertum umfassen zwar oft auch verschiedene Themen wie beispielsweise das Zölibat - um uns aber nicht all zu sehr in einzelnen Lehrdetails zu verlieren, möchte ich diese Randthemen für die weitere Betrachtung vorerst ausklammern. Statt dessen möchte ich den Blick eher auf das Evangelium lenken und das katholische Priesteramt aus dem Hintergrund des biblischen Glaubens hinterfragen.

Es stellt sich die Frage, ob bauliche Heiligtümer, Altäre, Opferungen und ein besonderes Weihepriestertum im biblischen Glauben der Gemeinde Jesu Christi überhaupt noch Platz finden ....


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